Liebe Kolleginnen und Kollegen,
im Konzern zeichnen sich große Veränderungen ab. So kann man über unseren neuen CEO, Mike Salvino, Interessantes im Internet lesen (https://chiefexecutive.net/how-a-former-accenture-ceo-turned-a-failing-leadership-into-growth/):
“After a rollercoaster year of being whip-sawed back and forth by the often conflicting demands from customers, the chairman, the board and employees, I realized that only two audiences really mattered: 1) employees and 2) customers.”
Und auf Deutsch: „Nach einem Achterbahnjahr, in dem ich von den oft widersprüchlichen Anforderungen der Kunden, des Vorsitzenden, des Vorstands und der Mitarbeiter hin und her gerissen wurde, wurde mir klar, dass nur zwei Zielgruppen wirklich wichtig waren: 1) Mitarbeiter und 2) Kunden.“
Auch die neue HR-Chefin, Mary Finch, äußert sich ähnlich.
Diese neue Sichtweise spiegelt sich jedoch nicht in den Handlungen der deutschen Geschäftsleitung wider. Nach wie vor fordert diese eine massive Personalabbaumaßnahme, die bis zum 31.03.2021 dauern und fast 30 Prozent (!) unserer derzeitigen Belegschaft umfassen soll. Ein erheblicher Teil soll über ein „Anspracheprogramm“ bereits bis zum 31.12.2019 abgebaut werden. Die „Anreize“ für die Betroffenen sind aber alles andere als attraktiv, denn man will deutlich schlechtere Abfindungen zahlen als bei allen bisherigen Maßnahmen.
Aus mehreren Gründen lehnt der Gesamtbetriebsrat einen weiteren Personalabbau ab: Die Ursachen dafür, dass wir die wirtschaftlichen Vorgaben des Konzerns verfehlen, können mit einem Personalabbau nicht abgestellt werden. Ganz im Gegenteil: In dieser Situation Personal abzubauen hieße, weitere Umsatzverluste hinzunehmen, die Profitabilität zu verringern und damit den Abwärtstrend der vergangenen Jahre fortzusetzen.
Der GBR ist deshalb mit dem klaren Ziel in die Gespräche gegangen, einen Interessenausgleich und Sozialplan für die gesamte Maßnahme zu verhandeln, damit die Interessen aller Beschäftigten gewahrt bleiben.
Das aber verweigert das Unternehmen und hat zunächst ausschließlich ein vorgeschaltetes „Anspracheprogramm“ vorgestellt. Vom GBR wurde verlangt, diesem Programm ohne Verhandlungen über Umfang und Konditionen zuzustimmen.
Sollten nicht ausreichend Beschäftigte einen Aufhebungsvertrag abschließen, droht der Arbeitgeber mit „härteren Maßnahmen“, wie z.B. betriebsbedingten Kündigungen und / oder Standortschließungen.
Ausdrücklich abgelehnt hat der Arbeitgeber das alternative Angebot des GBR, allen Beschäftigten ein Freiwilligenprogramm unter Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen anzubieten.
Der Gesamtbetriebsrat hat daher der Umsetzung des vorgestellten Anspracheprogramms nicht zugestimmt und den Arbeitgeber erneut zu Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan zu der Gesamtmaßnahme aufgefordert. Ansprachen zum Abschluss von Aufhebungsverträgen sind deshalb momentan nicht zulässig. Solltet Ihr dennoch darauf angesprochen werden, wendet Euch bitte an Euren Betriebsrat.
Viele Grüße
Euer Gesamtbetriebsrat